Eberbacher Fünft- und Sechsklässler sind wieder „präsent"

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Eberbach. "Leben im Schulhaus ist einfach super", freut sich Udo Geilsdörfer. "Der erste Tag läuft sehr gut. Alle sind froh, dass man sich wieder persönlich in der Schule sehen kann", teilt der Rektor der Gemeinschaftsschule bereits am Montagmittag mit. Seit Montag sind Eberbachs Fünft- und Sechstklässler, mit Ausnahme des Sportunterrichts, wieder im Präsenzunterricht. Das Kultusministerium hatte vorab mitgeteilt, dass Maskenpflicht auch im Klassenzimmer bestehen soll. Zusätzlich müsse ein Abstand auch zu und zwischen den Schülern gewährleistet werden.In der Gemeinschaftsschule wird der Unterricht "gemäß der Kontingenzstundentafel" erteilt. Geilsdörfer: "Der Unterricht für die beiden Klassenstufen endet spätestens um 13.05 Uhr. Der Sportunterricht und der Unterricht, in dem Schülergruppen durchmischt waren, darf nicht stattfinden". Da die Schüler die Maskenpflicht bereits kannten, kommen laut dem Rektor "alle damit gut klar".
Die Klassen 5 und 6 werden in Kleingruppen und mehrere Räume aufgeteilt, sodass die Abstandsregelungen gewährleistet werden können. Insgesamt sind an der Gemeinschaftsschule Eberbach seit Montag wieder 145 Schüler und etwa 24 Lehrer vor Ort. "Alle haben sich gefreut, dass man sich in der Schule wieder sieht. Die Stimmung ist sehr gut und die Motivation ist hoch", so Geilsdörfer weiter. Zudem sind die Abschlussklassen 10 seit Ende der Weihnachtsferien wieder in Präsenz anwesend und werden auf die anstehenden Prüfungen vorbereitet.Auch dort wurden Kleingruppen gebildet. Anfang März wurde bereits die Kommunikationsprüfung im Fach Englisch durchgeführt. "Durch die Prüfungsvorbereitung in Kleingruppen sind unsere Schüler bestens für die Prüfungen vorbereitet."
Im Hohenstaufen-Gymnasium (HSG) findet laut Schulleiterin Anja Katzner "wie vom Kultusministerium vorgeschrieben ein stundenplanmäßiger Unterricht ungeschmälert in Präsenz" statt. Die Sportstunden werden zum Teil für Unterstützungsunterricht in Englisch und Mathematik genutzt. Maskenpflicht gilt im gesamten Schulgelände und Schulhaus, auch im Unterricht. Katzner: "Die Maske darf nur in den Pausen zum Essen abgenommen werden; dann müssen die Schüler einen Abstand von mindestens 1,5 Metern einhalten. Das entspricht der Situation vor dem Lockdown und wird von allen Seiten akzeptiert".Für den Präsenzunterricht werden nur die größten Räume der Schule verwendet; "die Räume wurden alle so mit Tischen und Stühlen ausgestattet, dass jeder Schüler alleine an einem Tisch sitzt mit größtmöglichem Abstand zum nächsten Nebensitzer". Die Aufteilung von Klassen auf mehrere Räume konnte vermieden werden; der Lehrer hat also jeweils die gesamte Klasse im Unterricht und kann fortlaufenden Unterricht machen, ohne einer Gruppe Arbeitsaufträge erteilen zu müssen.Streaming aus dem Unterricht stellt laut Katzner die Ausnahme dar, da in der Regel alle Schüler der Klassen 5 bis 6 und die beiden Kursstufen vollständig im Präsenzunterricht sind.
Mit der Rückkehr der 5. und 6. Klassen kommen zu den beiden Kursstufen (Jahrgangsstufe 11 und 12), die insgesamt 144 Schüler zählen, etwa weitere 150 Schüler an die Schule, so dass jetzt täglich ungefähr 300 Schüler am HSG sind. Wie Katzner mitteilt, ist das etwas weniger als die Hälfte aller Schüler. Da die Lehrer jeweils unterschiedlich viel Präsenz- und Fernunterricht haben, sind zu verschiedenen Zeiten etwa die Hälfte der Lehrkräfte gleichzeitig an der Schule, da der Fernunterricht oft von zu Hause aus bestritten wird. "Das bedeutet für Lehrkräfte, dass sie häufig den Arbeitsort wechseln müssen".

Auf Schülerseite war am Montag "eine aufgeregte Erwartung zu spüren". Katzner: "Die Möglichkeit, wieder in der Schule zu sein, sich mit den Klassenkameraden auszutauschen und ein Stück weit Normalität zu haben, war nach der langen Zeit des Fernunterrichts der Wunsch vieler Kinder".
Die ersten Stunden standen unter dem Zeichen des "Wiederankommens"; persönliche Kontakte wurden aufgefrischt. In den kommenden Tagen wird am HSG an die Lerninhalte des Fernunterrichts angeknüpft, es wird wiederholt und der Stoff fortgeführt. "Die Umstellung von Fernunterricht zu Präsenzunterricht fällt allen leichter als umgekehrt", so die Schulleiterin.
"Nachdem die Vorgaben eine gewisse Zeit unklar waren, unterrichten wir seit Montag die beiden Klassenstufen 5 und 6 nach einem leicht abgeänderten Stundenplan", teilt Schulleiter Markus Hanke für die Realschule mit.
Der Sportunterricht bleibt ausgesetzt, und es wurden "zusätzlich vereinzelte Randstunden in Nebenfächern bei einzelnen Klassen ausgespart", sodass nicht alle Klassen gleichzeitig beginnen und nicht alle zeitgleich wieder nach Hause fahren müssen. Der Nachmittagsunterricht läuft weiter online.
Die Maskenpflicht waren die Schüler schon aus dem Herbst und Winter vor den Schulschließungen gewöhnt. "Wir sind sehr froh, dass wenigstens die beiden jüngsten Klassenstufen wieder kommen dürfen", so der Schulleiter. Aber er betont, dass das Abstandsgebot "trotzdem oberstes Gebot" sei.
Deshalb ist die Klassenstufe 6 in Großräume umgezogen, sodass auch während des Unterrichts der Mindestabstand eingehalten werden kann. "Wir können vereinzelt zwei Klassenräume öffnen. Dafür haben wir sogar den Musiksaal ausgeräumt." Die 5. Klassen wurden jeweils in zwei benachbarte Klassenräume aufgeteilt. Hanke: "Wir haben dafür eine größere Zahl unserer Teilungsstunden in die 5. Klassenstufe gelegt, sodass wir nun in vielen Stunden pro Woche mit zwei Lehrkräften unterrichten können. In den weiteren Stunden stellen wir eine Aufsicht zur Verfügung. Da ist dann ein klarer Wechsel von Instruktions- und Arbeitsphasen wichtig. Wie effektiv diese Art des Unterrichtens ist, das wird sich zeigen."

Die Lehrer wechseln innerhalb eines Schultages aus dem Präsenzunterricht der Klassen 5 und 6 und den Abschlussklassen (im Wechselunterricht) zum Onlineunterricht in den Klassenstufen 7 bis 9. Das kann die Realschule gewährleisten, indem in allen Klassenstufen nach regulärem Stundenplan unterrichtet wird.
Laut Hanke hilft das auch den Schülern zu Hause, den Tagesablauf zu strukturieren, um etwas Normalität spüren zu können. "Wir können dieses System nur durchführen, weil die digitale Infrastruktur in unserem Schulgebäude gut funktioniert, so dass die Lehrkräfte von der Schule aus den Onlineunterricht durchführen können (W-Lan) und wir uns auf unsere Onlinetools (für den Onlineunterricht) verlassen können."
Aktuell sind täglich etwa 200 Schüler und 25 Lehrer an der Schule. Laut dem Schulleiter freuen sich die allermeisten Schüler und, wie er schätzt, "alle Lehrkräfte", die (Mit-) Schüler wiederzusehen. "Ich hoffe, dass wir dank der Abstands- und Hygieneregeln an unserer Schule mit unseren Schülern in Präsenz (oder zumindest im Wechselunterricht) weiterarbeiten können. Ich würde es aber begrüßen, dass die angekündigte Teststrategie für unsere Schüler auch in den Schulen ankommt."

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