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Vergessene Spuren – Realschüler geben einem NS-Opfer seine Geschichte zurück

  • 3. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Was bleibt von einem Menschen, wenn nur noch eine Häftlingsnummer in den Archiven erhalten ist? Mit dieser Frage beschäftigt sich seit mehreren Jahren das Projekt„Vergessene Spuren“ der Realschule Eberbach. Die Schülerinnen und Schüler zeigen dabei eindrucksvoll, dass historisches Lernen weit über den Unterricht hinausgehen kann: Sie forschen, recherchieren, führen Gespräche mit Angehörigen und begeben sich auf die Suche nach den Lebensgeschichten von Menschen, die Opfer des nationalsozialistischen Terrors wurden. [giornalelavoce.it]

Im Mittelpunkt eines aktuellen Projekts steht das Schicksal von Guido Busca, der 1904 im italienischen Nomaglio geboren wurde. Nach seiner Auswanderung nach Frankreich schloss er sich der Résistance an, wurde verhaftet, deportiert und starb 1944 im KZ-Außenlager Neckargerach. Von seinem Leben waren lange Zeit nur wenige Spuren geblieben. Die Schülerinnen und Schüler der Realschule Eberbach machten es sich jedoch zur Aufgabe, diesen Menschen hinter der Häftlingsnummer wieder sichtbar zu machen. [giornalelavoce.it]

Gemeinsam mit ihren Lehrkräften Christina Frischholz und Martin Kohler recherchierten die Jugendlichen in Archiven, werteten Dokumente aus, besuchten historische Orte und führten Gespräche mit Familienangehörigen. Im September 2025 reiste eine Schülergruppe sogar nach Nomaglio, um mehr über den Geburtsort von Guido Busca zu erfahren und seinen Neffen kennenzulernen. Aus dieser Begegnung entstand ein lebendiger Austausch über Geschichte, Erinnerung und Verantwortung. [giornalelavoce.it]

Die Ergebnisse der Forschungsarbeit werden nun in den Ausstellungen„Gegen das Vergessen – für die Erinnerung. Die Geschichte von Guido Busca“ sowie„Das Konzentrationslager vor der Haustür – Spurensuche an Orten des nationalsozialistischen Terrors“ präsentiert. Die Ausstellungen verbinden die persönliche Lebensgeschichte Guido Buscas mit der Auseinandersetzung mit den zahlreichen KZ-Außenlagern in Baden-Württemberg und zeigen, wie nah die Orte des nationalsozialistischen Terrors vielen Menschen tatsächlich waren. [giornalelavoce.it]

Besonders bemerkenswert ist dabei die Perspektive der Jugendlichen: Sie geben sich nicht mit Daten und Fakten zufrieden, sondern fragen nach dem Menschen hinter den Dokumenten. Aus einer Nummer wird wieder ein Name, aus einem Archivfund eine Lebensgeschichte. Damit leisten die Schülerinnen und Schüler einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur und setzen ein starkes Zeichen gegen das Vergessen. [giornalelavoce.it]

Das Projekt „Vergessene Spuren“ zeigt eindrucksvoll, wie historisch-politische Bildung gelingen kann. Durch eigenes Forschen, Reisen und persönliche Begegnungen wird Geschichte greifbar. Zugleich entsteht eine europäische Erinnerungskultur, die Grenzen überwindet: Die Lebensgeschichte von Guido Busca verbindet Italien, Frankreich und Deutschland – und macht deutlich, dass die Verantwortung für die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus eine gemeinsame Aufgabe bleibt. [giornalelavoce.it]

Für die Realschule Eberbach ist „Vergessene Spuren“ daher weit mehr als ein Schulprojekt. Es ist gelebte Demokratiebildung, internationale Verständigung und ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie junge Menschen Vergangenheit erforschen, Verantwortung übernehmen und Geschichte für die Gegenwart lebendig halten können. [giornalelavoce.it]

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